Neue Halbtagsstelle

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Jugendarbeit in Scherpenberg

Presbyterium entschied sich für teuere Lösung

Eine zweite halbe Stelle wurde eingerichtet

Scherpenberg. Als ein Kompliment für die Jugendleiterin Rita Schweitzer ist die Einrichtung von zwei halben Stellen in der Jugendarbeit anzusehen. Sie war über zehn Jahre in der Gemeinde, konnte nach dem Erziehungsurlaub aber nicht mehr in voller Stundenzahl arbeiten. "Die Gemeinde wollte Frau Schweitzer unbedingt behalten, da sie eine erfahrene Kraft ist", schildert Pfarrer Martin Gres die entstandene Situation. So entschloß sich das Presbyterium zur Ausschreibung für eine zweite halbe Stelle. "Diese Lösung ist zwar teurer für die Gemeinde, wird aber sicherlich die Jugendarbeit beleben".

"Zweite" wurde Carmen Heidkamp, 23 Jahre, aus Mülheim, die sich auf eine Anzeige beworben hatte. Sie wurde nach dem Besuch der Mülheimer Fachschule für Sozialpädagogik und einem Kindergarten-Anerkennungsjahr Erzieherin. Zwischen zwei Jahren Arbeitslosigkeit hatte sie für ein Jahr eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) in einem Jugendheim. In Scherpenberg "mischt" sie jetzt im Kinder- und Jugendcafé mit und beteiligt sich am Kindergottesdienst. Beide Jugendleiterinnen legten im Gespräch mit dem Jugendausschuß und der Jugendpresbyterin Inge Kienle ihre Arbeitsteilung fest. Beide arbeiten im Wechsel in allen Bereichen, ihre Arbeitszeit überschneidet sich, so daß Besonderheiten und Extraprogramme besprochen werden können.

An einem Tag fangen beide zur selben Zeit an und können so die Helferkreisbesprechung gemeinsam abhalten. Das Kinder und Jugendcafé gilt als Freizeittreff und Anlaufstelle in der Gemeinde.

Tischtennis, Kicker, Spiele, dazu abwechselndes Programm mit Kochen, Basteln und Werken für den Eigengebrauch, Filmvorführung und Disco ziehen oft einen Stamm von 25 bis 30 Jugendlichen an. Die Theatergruppe konnte noch nicht wiederbelebt werden, da sie außerhalb der "normalen" Zeit lief.

Nach ein, zwei Monaten wollen die Jugendleiterinnen eine Bestandsaufnahme machen, um zu sehen, ob ihr Konzept so stimmt. Rita Schweitzer hat sich jedenfalls "wahnsinnig gefreut, daß es geklappt hat mit der zweiten Kraft".


Petra Gehnen



(Quelle: Der Weg, April 1990)