Kirche bekommt neue Glocke

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Christus-Gemeinde spart für ihr Geläut


Von WOLFRAM RADKE


Moers. Nachdem Generaldirektor Dr. Kost von der Zeche Rheinpreußen am 25. Juni 1951 25.000 Mark für den Bau einer Kirche zur Verfügung gestellt hatte, kam das Presbyterium in Moers nicht umhin, am 2. Oktober 1951 den Bau eines Gemeindezentrums für Scherpenberg als fünften Pfarrbezirk zu beschließen.

Nach abgeschlossener Planung durch die Moerser Architekten Baumann jun. und sen. wurde am 23. April 1952 für die Christuskirche in Scherpenberg der erste Spatenstich getan. Die feierliche Grundsteinlegung erfolgte am 25. Mai. Die Einweihung der Kirche durch Präses D. Held mußte ohne Glocken und Orgel vor sich gehen, die Kaufsumme hierfür mußte von der Gemeinde erst zusammengespart werden.

Erst am 12. September 1954 war für die Gemeinde der große Tag der Glocken- und Orgelweihe. "Soli Deo, Gloria" (Gott allein die Ehre) steht auf der dritten und größten Glocke des Bronzegeläuts. Sie wiegt acht Zentner und stammt, wie die beiden kleineren, aus der Gießerei Gebr. Rickner, Sinn/Dillkreis im Westerwald. Die drei Glocken sind auf den "Dreiklang" b, c, f, gestimmt. Die beiden kleineren läuteten schon seit Weihnachten 1953 den Gottesdienst ein. Sie tragen die Inschriften: "Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit" und "Laß meinen Mund Deines Ruhmes und Deines Preises voll sein täglich". Mit den Gußstahlglocken der benachbarten St.-Konrad-Kirche harmoniseren die Bronzeglocken der Christus Kirche für musikalische Ohren nicht recht, was aber der guten Nachbarschaft nicht abträglich ist. Außerdem werden sie auch nie gemeinsam geläutet.


(WAZ 27.08.1986)

Nach den Zerstörungen des zweiten Weltkrieges kam es beim Beschluß, in Scherpenberg eine neue Kirche zu bauen, nicht zu einer einhelligen Zustimmung der Stadtpfarrer und Stadtpresbyter. Der allgemeine Wohnungsbau wurde teilweise für dringlicher gehalten. "Daran kranke die Welt ja immer noch, daß Schornsteine und Fabriken in den Mittelpunkt gestellt werden, und nicht das Gebet", rechtfertigte Pfarrer Dr. Lüdke bei der Grundsteinlegung in seiner Predigt den Kirchbau. Unser Bild vom Geläut, das erst später angeschafft werden konnte, vermittelt einen Eindruck von der bescheidenen Enge im Glockenturm. Eine Turmuhr, die nachträglich installiert wurde, macht zudem den Aufstieg zu den Glocken noch enger und fast abenteuerlich.


(WAZ 27.08.1986)